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Aktuelle Veranstaltungen |
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| SEKTION LOGIK
ab Mittwoch, 07. Juli 2010, 20:00 Uhr |
Sommerprogramm 2010
Es geht um Standpunktbestimmung: para-universitär schön und gut, aber was heißt das? Wie sich positionieren zwischen Institution und Subversion? Den Anschluss nicht verlieren, dennoch kritisch bleiben, nicht mitschwimmen, bloß nicht hinterherlaufen, vorangehen, aber sich nicht isolieren lassen. Sich nicht abspalten, sondern mit den ganzen Unannehmlichkeiten, die das mit sich bringt, eigenständig partizipieren! Aber wie? Bewegt man sich im Feld kulturkritischer Theoriearbeit entlang der Koordinaten Lacan - Philosophie - Psychoanalyse - Politik - Wissenschaft, dann hat man notgedrungen seine Berührungspunkte mit beiden Seiten der (nur scheinbaren) Opposition von Insitution und Subversion. Entscheidend für die jeweilige Beziehungsgestaltung ist weniger die Diskussion von Strategie und Taktik, als vielmehr eine (begehrens-) ethische Dimension der Fragestellung. Drei Leitlinien dienen uns, diese herauszustellen:
Ein das Lektüreprogramm (Buck-Morss, Dutschke, Lacan, Lyotard, Spivak u.a.) abdeckender Reader ist in Arbeit und wird die Verfügbarkeit der Texte gewährleisten. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, mitzulesen, sich einzubringen, (fruchtbar) quer zu stehen oder auch nur unverbindlich vorbeizuschauen. Start der wöchentlichen Sitzungen ist am Mittwoch den 07. Juli 2010, 20:00 Uhr im Café Weidinger (1160, Lerchenfelder Gürtel 1) mit dem Text "die Wissenschaft und die Wahrheit" von Jacques Lacan. |
| SEKTION ÄSTHETIK
Montag, 21. Juni 2010, 19:30 Uhr |
Wolfgang Müller-Funk In „Die „Kultur und ihre Narrative“ habe ich im Anwendungsteil die Eigenart apokalyptischer Narrative im Hinblick etwa auf ihre spezifische Zeitstruktur analysiert. In diesem Vortrag erweitere ich diese Analyse insofern, als ich ein ganz spezifisches Bildkunstwerk, van Eycks Genter Altar, semiologisch und narrativ untersuche. Dabei gehe ich auf die Eigenart und Selbständigkeit von „visuellen Narrativen“ ein, auf ihre Unbestimmtheit, ihren impliziten Verweischarakter und auf die Frage, inwieweit ihre Dekodierung von sprachlichen Erzählmustern abhängt. Ganz besonders interessiert mich aber das Verhältnis von Bildlichkeit und Textlichkeit. Im Vortrag beziehe ich mich deshalb auf Lessings Unterscheidung von Malerei und Poesie. In seinem berühmten Laokoon-Aufsatz verbindet er die visuelle Kunst mit dem Raum und die sprachliche mit der Zeit. Dabei stehen sich räumliches Nebeneinander und sequentielle Abfolge einigermaßen unversöhnlich gegenüber. Für Lessing bestand kein Zweifel, dass die narrative Kapazität der visuellen Künste im Vergleich mit der Sprachkunst außerordentlich beschränkt ist. Am Beispiel des Genter Altars lässt sich indes zeigen, dass dieses räumliche Nebeneinander einen verzwickten, nicht mehr ausschließlichen linearen Zeitmodus, wie er dem apokalyptischen Narrativ zugrunde liegt, sehr viel wirksamer gestalten kann als die lineare sprachliche Erzählung. Visuelle Narrative sind also nicht bloße Illustrationen sprachlicher Erzählmatrices, sondern haben ihre eigene mediale und semiologische Logik. Am Beispiel der heutigen Medien lässt sich - das wäre gegebenenfalls ein Ausblick für die Diskussion - zeigen, wie sich diese einer komplexen Verknüpfung visueller und sprachlicher Narrative (sowie musikalischer Sequenzen) bedienen und damit visuelle Plastizität und Konkretheit mit (potentieller) Explizitheit verknüpfen. Man kann diese Koppelung und die damit verbundenen technischen Fertigkeiten des Produzierens und Dekodierens auch im Sinne einer kulturellen Evolution begreifen. |
| Wolfgang Müller-Funk, Kulturphilosoph, Literaturtheoretiker, Essayist. Derzeit Professor für Kulturwissenschaften am Institut für Europäische und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien. Zahlreiche Gastprofessuren im In- und Ausland. Publikationen und Sammelbände zu kultur- und medienwissenschaftlichen Themen. Wichtige Bücher u.a.: Erfahrung und Experiment (1995), Die Farbe Blau (2000), Niemand zu Hause (2006), Die Kultur und ihre Narrative (2002/2008), Kulturtheorie (2006/2010), Komplex Österreich (2009). | |
| SEKTION ÄSTHETIK
Privatseminar |
Walter Seitter: Klossowski-Seminar
Unter dem Namen des französischen Übersetzers, Philosophen, Schriftstellers und Malers Pierre Klossowski (1905-2001) steht ein Seminar, in dem auf die Orientierungsprobleme der Gegenwart mit der Lektüre und Diskussion einiger fundamental fragender und weiterführender Texte geantwortet werden soll. Gleichrangig mit Schriften von Klossowski sollen auch Texte seiner Zeitgenossen Georges Bataille (1897-1962) und Jacques Lacan (1901-1981) herangezogen werden: drei Denker, die sich Ende der Dreißigerjahre im Collège de Sociologie trafen, wo unter dem Druck der damaligen Krisen Fragen der philosophischen Anthropologie diskutiert worden sind. |
| SEKTION ÄSTHETIK
Privatseminar |
Walter Seitter: Poetik lesen
Lektüre des aristotelischen Textes, der als erste abendländische Kunstheorie gilt. Besonderes Augenmerk auf folgende Aspekte: mimesis als Sonderfall von Darstellung, für die sprachliche, schriftliche, bildliche und andere Techniken eingesetzt werden; katharsis als erwartete therapeutische, ethische, politische Wirkungen der Tragödie bei den Rezipienten; die logischen oder ontologischen Modalitäten des Wahrscheinlichen und Unwahrscheinlichen als konstituierende Elemente des Kunstwerks. |
| Für die beiden Privatseminare ist eine Internet-Seite namens Hermesgruppe eingerichtet worden: http://de.groups.yahoo.com/group/hermesgruppe/ | |
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| SEKTION KLINIK
Zeit: jeden 3. Donnerstag im Monat, 20:15 - 21:45 Uhr |
Jour fixe - Lektüre-Seminar
Lektüre und Diskussion des Seminars IV von Jacques Lacan: „Die Objektbeziehung“ Leitung: August Ruhs In dem 1956/57 gehaltenen Seminar entwickelt Lacan eine vor allem auf den Objektmangel zentrierte Theorie der Objektbeziehung, welche einen Gegenentwurf zur englischen Objektbeziehungstheorie darstellt. Neben den sich daraus ergebenden klinischen Implikationen, die im Besonderen interessante Antworten auf die Fragen von Perversion und Phobie bzw. von Fetisch und phobischem Objekt liefern, werden in einem Entwurf zu einer „Theorie der Gabe“ auch Grundfragen der menschlichen Gemeinschaft behandelt. Grundlage der gemeinsamen Arbeit ist die von Hans-Dieter Gondek übersetzte Ausgabe des Seminars (Turia & Kant, Wien 2003) |
| SEKTION KLINIK
Zeit: Jeden Mittwoch von 12:30 - 14:00 Uhr Auskünfte: Univ.-Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie Wien) |
Einführung in die strukturale Psychoanalyse von Jacques Lacan im Rahmen einer Einführung in Psychoanalyse/Tiefenpsychologie Vorlesung Prof. August Ruhs / Sommersemester 2010 Beginn: Mittwoch, 10. März 2010 Kooperationsveranstaltung: Universität Wien (Inst. f. Psychologie, Erweiterungscurriculum Psychoanalyse für Bachelorstudien), Medizinuniversität Wien, Akademie der Bildenden Künste Wien |
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| SEKTION KLINIK | Grazer Lacan-Seminar |